28 Jahre Liechti Weine – ein persönliches, vorläufiges Resümee:

Liebe Kundin, lieber Kunde

Wer hätte damals gedacht, dass diese Firma über ein Vierteljahrhundert bestehen wird, als Alfredo Tulino und ich in kaum überbietbarer Naivität eine Weinhandlung gründeten – wir selbst am Wenigsten. Nach dreimonatigem Sprachaufenthalt in Italien völlig «abgebrannt», musste ich mir die vereinbarte Einlage von 5000 Franken leihen. Mit einer Klapperkiste von einem Lieferwagen, der mehr als die Hälfte des Kapitals auffrass, fuhren wir in die Toskana, um einzukaufen. Seither weiss ich, was «den Auspufftopf schweissen» (saldare la marmitta), «das Getriebeöl auffüllen» (mettere olio nel cambio) und «den Vergaser reparieren» (riparare il carburatore) auf italienisch heisst.

Motiviert vom Einkaufserfolg - wir konnten für Basel vier renommierte Produzenten gewinnen, von denen wir mit zwei (Avignonesi und Selvapiana) noch immer zusammenarbeiten – verfolgten wir weiter unser Ziel, eine richtige Weinhandlung zu werden. Doch nach einem Jahr stieg Alfredo Tulino aus. Mit Alfredo verbindet mich heute noch eine enge Freundschaft. Ich machte weiter, dies obwohl ich einer ganz anders gerichteten Arbeit nachging und gleichzeitig einen weiteren Berufswunsch hatte….

Was folgte, war viel Arbeit und ein sich Durchwursteln, ganz nach der «trial and error Methode». Durch Fehler lernt man bekanntlich. So wurde nach und nach die Firma auf ein professionelleres Niveau gehoben. Ein wichtiger Schritt war die Eröffnung der «enoteca» im Frühjahr 1993. In der Folge stiessen zwei Mitarbeiter zur Firma. Gleichzeitig fanden weitere Weine, auch aus andern europäischen Ländern Einzug ins Sortiment.

Heute führt Astrid Salzmann erfolgreich die «enoteca» und weitere  Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter traten nach nund nach in die Firma ein.
Béatrice Adam (Administration), Sandra Seminara (Betreuung Gastronomie), Alexander Pardeller (Gastronomie), Francesco Cirelli (Gastronomie) und der stets hilfsbereite Bora Yaykiran (Lager und Lieferungen). Mit ihrem Engagement sind sie alle Garanten für reibungslose Abläufe und die Erhaltung unserer Qualitätsmassstäbe. Wir haben unsere Ziele nie aus den Augen verloren: Hervorragende Weine aller Preisklassen, die bestmögliche Beratung sowie einen hervorragenden Service zu offerieren.

Meine persönliche Quintessenz: Es waren äusserst lehrreiche Jahre. Ich hatte Gelegenheit, unzählige Weine zu degustieren, weniger gelungene aber auch überwältigende. Ich erhielt Einblicke in etliche Kellereien und durfte deren Entwicklung mitverfolgen. Ein positiver Aspekt ist, ich fühle mich vielerorts nicht mehr als Tourist. Als wertvollste aller Erfahrungen schätze ich jedoch die vielen Begegnungen mit grossartigen Leuten – auf Seite der Kundschaft, wie der Seite der Winzer. Aus vielen dieser Bekanntschaften sind Freundschaften entstanden, die weit über das Thema Wein hinaus reichen.


Mir bleibt heute vor allem die vornehme Aufgabe, danke zu sagen. Mein Dank gilt in erster Linie Ihnen, liebe Kundin, lieber Kunde, für Ihr Vertrauen und Ihre Treue. Danke sage ich auch den Winzerinnen und Winzer, die auf uns zählen und die jährlich eine oder mehrere Reisen nach Basel auf sich nehmen, um an unseren Veranstaltungen teilzunehmen. Ein grosses Dankeschön geht an Irene Graf und Walter Schelble, die uns seit Jahren grosszügig in ihrer Galerie anlässlich unserer Degustationen «beherbergen». In diesem Zusammenhang danke ich auch den zahlreichen Helferinnen und Helfer, die mit ihrem Engagement die Verkostungen in diesem Rahmen erst möglich machen. Last but not least danke ich meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die tagtäglich ihr Bestes zum guten Gelingen beitragen.

Herbst 2015

Felix Liechti